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Allgemeines
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Auf dieser Seite finden Sie eine Bauanleitung für ein Auswuchtgerät,
daß schon oft erfolgreich nachgebaut wurde. Es eignet sich auch zum wuchten von
E-Impellern. Eine Turbine sollte stets bestmöglich Ausgewuchtet sein um
eine Zerstörung der Lager oder anderer Teile zu verhindern.
Das nun folgende Auswuchtgerät ist von Günther Haager entwickelt
worden und wird hier mit seinem Einverständniss von uns veröffentlicht.
Bei offenen Fragen können Sie sich hier bei Günther Haager per Mail melden:
Hallo Turbinenfreaks, hier ist unsere Vorrichtung, mit der wir hervorragende
Wuchtergebnisse erzielen, ja ich möchte sagen, mit Industriestandard!
Die Vorrichtung ist sehr einfach zu bauen und funktioniert perfekt,
ist aber am Papier schwer zu beschreiben. Darum nicht abschrecken lassen,
wenn es kompliziert aussieht, ist er wirklich nicht.
Die Idee stammt nicht von mir, sondern wurde aus vielen unterschiedlichen Ideen und eigenen
Erfahrungen zusammengetellt und immer wieder verbessert. Einige Modellbaukollegen
haben diese Vorrichtung nachgebaut und waren über die einfache Funktion und das gute
Ergebnis überrascht. Das Wuchtergebnis mit dieser Vorrichtung ist um ein vielfaches besser
als die Reproduzierbarkeit der mechanischen Verbindung. Mit Hilfe dieser einfachen Vorrichtung
wird der Zusammenhang zwischen Montage und Wuchtzustand ganz deutlich.
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Die Wuchtmaschine wird in zwei Ausführungen gebaut
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Am weitesten verbreitet ist die Ausführung mit einem guten Multimeter,
wo die Position der Unwucht durch Veruche bestimmt wird. Bei der erweiterten
Ausführung mit Oszilloskop wird auch die Position der Unwucht angezeigt.
Der verwendete Piezosensor zeigt eine Unwucht von 0,005 Gramm noch sehr deutlich.
(ca. 1 cm hohe Sinusschwingung am Oszilloskop entsprechend ca. 0,2 V). Bei Versuchen
mit Gleitlagerung der Welle konnte noch bessere Empfindlichkeit erzielt werden.
Die Drehzahl bei den Wuchtversuchen lag zwischen 500 und 1000 U/min.
Benötigt wird für die einfache Ausführung:
- Schaukelförmige Aufhängung für Turbinenläufer
- Piezogeber wie in Suchpiepser für Flugmodelle oder ein Piezolautsprecher
- kleiner Elektromotor mit Gummiring
Zur gleichzeitigen Positionsbestimmung der Unwucht sind weiter notwendig
- Oszilloskop mit Trigger
- Infrarot - Reflexgabellichtschranke mit integriertem Fototransistor
- Brennpunkt ca. 5mm (z.B. von Conrad Elektronik)
- 2 Widerstände
- event. eine genaue Waage
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Funktionsprinzip
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Die Welle mit montiertem Turbinenrad oder Verdichter liegt mit Kugellagern in einer
schaukelartigen Aufhängung auf Prismen und wird durch einen Elektromotor über einen
Gunniring (O - Ring oder Antriebsriemen von Casettenrecorder, ein normaler Gummiring
ist nicht geeignet!) angetrieben. Von der prismenförmigen Aufhängung geht ein 2 mm
Stahldraht auf die Membran des Piezosensors. Wenn die Welle dreht, schwingt diese
Einheit durch die Unwucht und erzeugt am Piezosensor eine Wechselspannung.
Bei der Ausführung mit Multimeter ist die gemessene Wechselspannung proportional
zur Unwucht und die Position muß durch probieren ermittelt werden.
Am Oszilloskop wird eine Wechselspannung als Sinusschwingung sichtbar,
wobei die Amplitude proportional zur Unwucht ist und die Position genau bestimmt werden kann.
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Baubeschreibung
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Die Skizze zeigt den Aufbau.
Die verwendeten Materialien stammen aus Resten. Zum Beispiel Aluminiumflachprofil
ca. 50x8 mm zusammengeschraubt ergibt die Träger der Schaukel, oder ein Massives
Küchenschneidbrett aus Kunststoff ist die Grundplatte.
Der Schwenkbügel ist aus 4mm starkem Schweißdraht. Alle Maße sind frei,
nur die Schaukel sollte 10 bis 15 cm lang sein. Der Elektromotor ist genau unter
der Wellenachse montiert.Blechstreifen mit ca. 8mm Breite und 0,4 mm
Dicke (Puksägeblätter) stellen die Verbindung zwischen Prismen
und Konsole dar und erfüllen durch ihre eigene Elastizität die Funktion
der Lagerung und Dämpfung.
Der Piezosensor wird neben der Grundplatte auf einem Aluminiumbock oder einer alten
Starterbatterie mittels doppelseitigem Klebeband montiert.
Zwischen Prisma und Konsole ist eine dünne Druckfeder so eingespannt,
daß die Verbindungsstange leicht auf die Membrane des Piezosensors
drückt, wenn das Prisma ungefähr in der Mitte steht.
Wenn die Unwucht nur mit dem Multimeter bestimmt wird, kann der Sensor auch direkt an
der Konsole neben dem Prisma montiert werden, da Resonanzschwingungen auf die Messung mit
dem Multimeter kaum Einfluß haben. Im Idealfall,bei stabiler Konsole, werden auch bei
Messungen mit dem Oszilloskop und direkter Sensormontage an der Konsole gute Ergebnisse
erzielt. Bei getrennter Montage des Piezosensor neben der Grundplatte wird die Auswertung
wesentlich verbessert, da keine Schwingungsüberlagerungen mehr zu Störungen
führen können
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Positionsbestimmung der Unwucht
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Um die Position der Unwucht exakt zu bestimmen, wird auf der Welle eine längliche
Markierung (ca. 2x10 mm schwarzes Isoband) parallel zur Drehachse angebracht.
Am Oszi zeigt die Markierung ein deutliches Signal. Der Infrarotsensor wird auf einem
drehbaren Bügel so justiert, daß er in Höhe der Markierung auf die Welle zielt.
Wenn bei rotierender Welle die Markierung vor dem Sensor vorbeidreht, wird am Oszi ein
nadelförmiger Impuls sichtbar. Schafft man es, daß die maximale Unwucht und der
nadelförmige Impuls am Oszi genau übereinander stehen, kennt man die Position
der Unwucht.
Dies wird folgendermaßen erreicht:
Der Schwenkarm ist in der verlängerten Drehachse der Rotorwelle gelagert.
Dadurch kann der Infrarotsensor mit gleichbleibendem Abstand (ca. 5 mm) um die
Rotorwelle gedreht werden und zeigt immer auf die Welle. Bei laufender Welle ändert
sich durch verdrehen des Infrarotsensors am Oszi der Abstand zwischen Amplitudenmaximum und
Nadelimpuls.
Wird jetzt der Sensor so lange um die Welle gedreht, bis der Nadelimpuls und das
Amplitudenmaximum von Piezosensor am Oszi genau übereinandersteht, so kennt
man die Position der Unwucht.
Dazu wird der Schwenkarm in dieser Position fixiert und der Antriebsmotor abgeschaltet.
Wenn der Läufer zum Stillstand gekommen ist, wird die Welle so lange gedreht, bis die
Markierung auf der Welle genau beim Sensor steht.
Je nach Polung der Anschlüsse am Oszi ist die Position der Unwucht jetzt genau
beim Piezo oder gegenüber.
Durch Aufkleben von Isoband an dieser Stelle, kann bei einem weiteren Testlauf am Oszi
die Wirkung gemessen werden.Bei Verschlechterung der Unwucht wird das Band wieder abgenommen
und an der gegenüberliegenden Seite wieder aufgeklebt. Dieses wird wiederholt bis am Oszi
nur noch ein Grundrauschen zu sehen ist.
Wenn jetzt das Gewicht der aufgeklebten Knetmasse gewogen wird und die zu schwere Stelle
am Turbinenrad markiert wird, kann mit Hilfe einer genauen Waage sehr schnell die richtige
Menge abgeschliffen werden. Bei einiger Übung ist man nach 3-5 maligem Wiederholen
dieser Prozedur bei einem genauestens gewuchteten Läufer angelangt.
Wenn Sie jetzt den Läufer zerlegen und gleich wieder zusammenbauen, können
Sie an der neuerlichen Unwuchtanzeige erkennen, wie sich der Unwuchtzustand verändert
hat. Wie wenig ist von der Präzission der Verbindung zwischen Turbine,
Lager und Welle abhängig.
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Grundeinstellung der Sensoren
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Infrarotsensor
Bei drehendem Rotor wird die Position des Sensor vertikal, horizontal,
die Neigung und der Abstand so lange optimiert, bis die bestehende Wellenmarkierung
zum größtmöglichen Nadelimpuls am Oszi führt. In dieser Position wird
der Sensor am Schwenkbügel fixiert.
Piezosensor
Der Stahldraht vom Prisma kommend, soll in der Mitte der Membran des Piezos anliegen.
Durch unterschiedlichen Anpressdruck wird der optimale Punkt für größte
Empfindlichkeit bei drehendem Turbinenläufer ermittelt. Der Piezo wird direkt mit dem
Gehäuse und einem doppelseitigen Klebeband auf einem Aluklotz aufgeklebt.
Das Multimeter oder Oszi wird direkt an den beiden Anschlußdrähten
vom Piezo angeschlossen.
Die in allen Piezos integrierte Elektronik störte bei meinen Versuchen nicht.
Wichtige Eigenheit
Da Piezos mit integrierter Schaltung eingesetzt werden, kann in manchen Fällen
eine Umpolung der Meßleitungen am Sensor das Meßergebnis verbessern.
Bekannte Störungen
- kaputte Lager:Starkes Kugelrauschen,Unwucht schwer erkennbar
- Verkantete Auflage der Kugellager am Prisma :keine stabil stehende Sinusschwingung
- Abgeschnittene Wellenberge am Oszi: extreme Unwucht, zu starker oder zu geringer
Auflagedruck
am Sensor. (mit Feder neben Prisma regulieren)
Hier noch einige Skizzen des Aufbaus im PDF - Format:
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